Bereitschaftsleiter Konrad Hofmaier gab in der Jahreshauptversammlung Anfang Februar
einen aufschlussreichen Bericht über Tätigkeiten und Veranstaltungen des vergangenen
arbeitsreichen Jahres bekannt. Bürgermeister Karl Ecker, stlv. Kreisbereitschaftsleiter
Gerhard Kapfhammer und Pressevertreter waren gekommen, um ihre Verbundenheit mit der
örtlichen Bereitschaft zu signalisieren und den Mitgliedern für ihre geleisteten Dienste
an der Allgemeinheit zu danken. Kapfhammer lobte in seiner kurzen Ansprache die
Mannschaft: "Was für die Auer Bereitschaft in besonderem Maße gilt: Sie setzt neben den
bekannten Grundsätzen des Roten Kreuzes, also Menschlichkeit, Unparteilichkeit,
Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität auch noch drei
weitere ganz spezifische Grundsätze um. Damit meine ich die Kameradschaftlichkeit,
Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit."
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden am 10. Februar einige langjährige Mitglieder
geehrt. Bereits seit vielen Jahren leisten die "40-jährigen" Damen, wie es stlv.
Kreisbereitschaftsleiter Gerhard Kapfhammer ausdrückte, ihren ehrenamtlichen Dienst in
der Bereitschaft Au. Hedwig Hölzl und Rosa Rösler bekamen hierfür neben der Auszeichnungsspange
für 40 Dienstjahre einen Blumenstrauß von den Führungskräften überreicht. Auf ebenso viele
Dienstjahre können Anton Westermeier sen. und Helmut Strauß zurückblicken und wurden natürlich
dafür ebenfalls geehrt. Hans Teibl durfte die Auszeichnung für 35 Jahre entgegennehmen. Seit
fünf Jahren ist Hubert Ammer Mitglied der Bereitschaft und erhielt dafür ebenfalls eine Urkunde
und eine Auszeichnungsspange. Die Bereitschaftsleitungen gratulierten mit allen anwesenden
Mitgliedern ihren Kameradinnen und Kameraden herzlich zu diesen Auszeichnungen und wünschten
sich noch viele weitere Jahre im Dienst für die Allgemeinheit.
Einen Schwerpunkt der Aktivitäten der Auer Sanitäterinnen und Sanitäter bildeten naturgemäß diverse Sanitätsdienste im näheren und weiteren Umkreis des Marktbereiches Au-Hallertau. Hier ist eine Zunahme auf fast 1000 geleistete Stunden zu verzeichnen. Neben örtlichen Anforderungen bei diversen Discoparties, Hopfen- oder Volksfesten, Wallfahrten, Reitveranstaltungen usw. stehen die Auer auch bei überregionale Einsätzen wie dem Sonnenrotfestival in Eching, Diensten in der Münchner Allianzarena oder auf der Wiesn'-Wache zum Oktoberfest ihren Mann bzw. ihre Frau. Einige Großveranstaltungen wie "Laufen statt Saufen" und das "Bierfestival" in Attenkirchen oder der sich über mehrere Wochenende hinziehende "Holledauer Fidel" forderten dabei die Bereitschaft bis an ihre Leistungsgrenzen. Die notwendige Anzahl an Personen und die Häufigkeit, in der diese ehrenamtlich zur Verfügung stehen müssen, hatte in diesem Jahr mehrmals fast das Limit dessen erreicht, das in Au machbar ist.
Knapp 900 Stunden wurden für die Aus-, Fort-, und Weiterbildung der BRK-Mitglieder und der
Bevölkerung in der Breitenausbildung aufgewandt. Das zu absolvierende Spektrum reichte hierbei
von diversen örtlichen und überörtlichen Einsatzübungen, Besichtigungen der Notaufnahme des
Klinikums Freising und der neuen Integrierten Leitstelle in Erding über die "herkömmlichen"
Ausbildungsabende, Erste-Hilfe-Kurse bis hin zu Vorträgen über den Umgang mit dementiellen
Erkrankungen und den Anforderungen des Suchdienstes.
Einen neuen Höchststand an Einsätzen hatte die HvO-Gruppe zu verzeichnen. 175mal, d.h. nahezu
jeden 2. Tag rückten die Helfer mit dem im BRK-Heim stationierten kreisverbandseigenen
Rettungswagen aus, um eine qualifizierte Erstversorgung bei Notfällen sicher zu stellen,
eine erste Lagemeldung an die Integrierte Leitstelle in Erding durchzugeben und die immer
mit alarmierten Kollegen des regulären Rettungsdienstes vor Ort zu unterstützen. Diesen Dienst
übernehmen einige wenige Mitglieder der Bereitschaft, die maximal 2 km entfernt vom Stellplatz
des RTW wohnen und spezifisch für diesen Dienst geschult wurden oder durch ihren Beruf z.B.
als Rettungsassistent bestens qualifiziert sind.
Zusätzlich übernehmen vier Mitglieder der Bereitschaft auch immer wieder Schichten im regulären
Rettungsdienst der Rot-Kreuz-Wachen in Freising, Moosburg und Mainburg.
Im vergangenen Jahr konnten dank großzügiger Spenden einige Wünsche der BRK-Bereitschaft
verwirklicht werden. Viele hier ungenannte Auer Bürgerinnen und Bürger stellten finanzielle
Mittel zu Verfügung, sodass wir z.B. endlich über eine zweite komplette Ausrüstung (Rettungsrucksack
mit Sauerstoff, Pulsoxymeter, Intubationsmaterial, Verbandsstoffe usw) für Sanitätsdienste und
Notfalleinsätze verfügen. Bislang mussten wir bei parallelen Veranstaltungen immer improvisieren –
das ging auch, aber die neue Situation erleichtert die Tätigkeit um ein Vielfaches! Eine solide
Grundlage hierfür hatten die Inhaber der Schreinerei Kögl und des Malerbetriebs Ulrich Holzmaier
bereits im Frühjahr 2010 gelegt, als sie dankenswerterweise die Kosten für den Rettungsrucksack
übernahmen.
Weiterhin konnte dank der Spendenbereitschaft ein neuer AED (Automatischer Externer Defibrillator)
finanziert werden. Als Grundstock hierfür diente der Gewinn beim Vereinsrennen von "Schramm's". Sehr
hilfreich für diese Anschaffung waren auch die Einnahmen beim "Hoagartn" in der "Auer Weinstub'n",
bei dem sämtliche Musikanten kostenlos aufspielten.
Mit dem Flughafen München, der Druckerei Butt, Fliesen Artis, der Sparkasse Au und der Raiffeisenbank
Au standen uns weitere Sponsoren hilfreich zur Seite.
Auch von dieser Stelle nochmals allen genannten und ungenannten Spenderinnen und Spendern ein herzliches
DANKE SCHÖN für ihre großzügigen Gaben!
Selbstverständlich gab es in 2010 weitere wichtige Begebenheiten, Begegnungen und Veranstaltungen,
die aber nicht alle aufgezählt werden können. Lediglich zwei Highlights sollen hier noch genannt werden:
Auch in diesem Jahr veranstaltete die Bereitschaft (in Zusammenarbeit mit dem örtlichen JRK) wieder einen
Programmpunkt bei den Ferienspielen des Marktes Au. Gut 50 Kinder forderten am 18. August einen Nachmittag
lang 15 Betreuerinnen und Betreuer heraus – Spaß hat es allemal gemacht!
Anfang September verlor unser RTW plötzlich in einer Nacht von Samstag auf Sonntag massiv Öl. Alle
befragten Mechaniker rieten am Sonntag Vormittag dringend von einer weiteren Benutzung des Wagens ab.
Allerdings stand am Abend bereits wieder ein "Fidel-Dienst" an und in den darauf folgenden Wochen
waren diverse Dienste geplant, bei denen ein RTW mit eingesetzt werden musste. Was tun? Glücklicherweise
stand in der Katastrophenschutzhalle des Kreisverbandes FS in Marzling ein vom Rettungsdienst
ausgemusterter RTW, der planmäßig im Oktober oder November nach einer Sanierung und diversen Reparaturen
der Bereitschaft übergeben werden sollte. Nach Rücksprache der stlv. Bereitschaftsleiterin Gisela
Streitberger mit Kreisbereitschaftsleiter Martin Bengler (Konrad Hofmaier befand sich zu der Zeit im Ausland)
startete noch vor dem Mittag eine äußerst intensive und arbeitsreiche gemeinsam Aktion: Der "neue" RTW
wurde abgeholt und vom Kreisbereitschaftsleiter übergeben; eine Mannschaft hatte zwischenzeitlich in Au
begonnen, das Material des defekten RTWs auszubauen und für den Einbau in den "neuen" RTW vorzubereiten.
Beim Eintreffen in Au wurden gemeinsam notwendige Reparaturen am "neuen" vorgenommen, eine komplette
Reinigung durchgeführt, BOS-Funk eingebaut, Material aufgefüllt, notwendige Vorrichtungen für unsere
Materialen angebracht usw. Letztendlich konnte dank der kameradschaftlichen und engagierten Zusammenarbeit
noch am selben Tag der "RotKreuz Freising 41/71/1" (Funkrufname des Fahrzeugs) wieder in Dienst gestellt
werden. Weitere Arbeiten, durch die der RTW für die spezifischen Belange der Auer Bereitschaft angepasst
wurde, erfolgten nach und nach in den darauf folgenden Wochen.
Konrad Hofmaier bedankte sich abschließend herzlich für den Zusammenhalt und die Übernahme der zahlreichen Dienste bei allen Mitgliedern und ganz besonders bei seiner Vertretung Gisela Streitberger. Sein Wunsch für das kommende Jahr: Weiterhin ein gelingendes Zusammenarbeiten; etwas weniger Einsätze und Dienste, damit auch Zeit für entspannte Abende im BRK-Freundeskreis bleibt und neue begeisterungsfähige Menschen, die sich der Gemeinschaft anschließen wollen.
Bericht von EL
© 2010, BRK Bereitschaft Au i. d. Hallertau